ROMA – AMOR: Eine Studienfahrt mit Herz

In der zweiten Schulwoche des Schuljahres 2026/27 machten wir, 24 Schülerinnen und Schüler der Q12, uns mit Frau Schönwetter und Herrn Schuhmann im Rahmen einer Studienfahrt in das sogenannte „caput mundi“ auf, also in „die Hauptstadt der Welt“: Rom. Am Sonntagabend ging es mit dem Bus los, der uns durch die Nacht von dem eher trüben, frischen Wetter in die absolute Wärme Italiens brachte. Die Temperaturen waren meist über 30 Grad mit viel Sonnenschein und ab und zu ein paar Wölkchen, die uns dann aber den ersehnten Schatten und auch ein erfrischendes Lüftchen gespendet haben.

Montagmorgen ging das Programm vor Ort dann endlich los und wir haben uns, nach Ankunft im Hotel, erst einmal die Basilika Santa Maria Maggiore angesehen, eine der vier päpstlichen Basiliken Roms. Sie beeindruckte uns vor allem durch ihre Größe und die prächtige Innenausstattung, die man in den Kirchen Roms öfter bestaunen darf. Besonders interessant war das Grab des heiligen Franziskus, das sich in der Basilika befindet. Dort konnten wir einen Moment innehalten. Danach ging es wieder zum Hotel, nachdem sich ein paar von uns eine kleine Brotzeit in einer Bäckerei oder Metzgerei geholt hatten, um etwas zu entspannen nach der langen Busfahrt. Den Abend haben wir in Trastevere verbracht, einem sehr schönen dörflichen Stadtteil, wo an der Kirche Santa Maria di Trastevere die Referate begannen, die uns in den kommenden Tagen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten einen geschichtlichen Hintergrund oder andere Informationen geliefert haben. Es heißt ja nicht ohne Grund Studienfahrt😉. Der Ausblick vom Stadtberg Gianicolo aus war danach bis in den Abend hinein ein würdiger Abschluss für unseren ersten Tag.

Nach dem Frühstück am Dienstag ging es für uns zum Forum Romanum, wo wir eine sehr interessante Führung  bekamen, um die Geschichte dahinter noch besser verstehen zu können oder neu kennenzulernen. Einiges kannten wir natürlich schon aus dem Latein-Unterricht, doch hatten wir nun endlich die Chance, das, was wir die Jahre davor nur auf Bildern in Büchern gesehen hatten, in echt zu sehen, was echt Spaß gemacht hat. Zum Abschluss durften wir noch das Kolosseum von innen betrachten und entdecken.

Nach der Mittagspause hieß es: Auf zum Aventin! Die Reihe an Referaten begann beim Mar-cellustheater, dessen tolle Bauart mit vielen „Fenstern, die wie Halbkreise aufgebaut sind“, uns an das Kolosseum erinnern. Interessant ist, dass der ursprüngliche Plan des Gebäudes von Julius Cäsar stammt, Augustus das Theater fertiggestellt hat un die oberen Etagen heute noch als private Wohnungen genutzt werden. (Also wer gerne in Rom über dem Marcellustheater wohnen möchte, es ist möglich..) Danach besuchten wir die Santa Maria in Aracoeli, um uns die Kirche anzuschauen. Das ist uns so halb gelungen, weil dort genau zu diesem Zeitpunkt eine Trauung stattfand. Aber trotzdem konnten wir uns vorbeischleichen und uns dort etwas umsehen. Das nächste Referat gab es zum jüdischen Viertel, in dem man heute noch z.B. an den Hausfassaden die Ausgrenzung der Juden bemerken kann. Danach ging es zur La Bocca della Verità, in welche heute immer noch viele Touristen ihre Hand hineinhalten wollen. Der Sage nach beißt die steinerne Marmormaske jedem die Hand ab, der sie in den Mund steckt und dabei lügt. Früher nutzten die Menschen dies, um beispielsweise Diebe oder Ehebrecherinnen zu enttarnen, heute macht man es eher für das Urlaubsfoto oder als lustige Mutprobe. Das letzte Vortrag thematisierte den berühmten Circus Maximus, wo es heute auf der verbleibenden weiten Rasenfläche viele Festivals oder Opernaufführungen gibt. Früher war der Circus natürlich größtenteils für die Wagenrennen da. Um den Tag abzuschließen, nutzen wir unsere Freizeit, um ein schönes Abendessen zu genießen und als Nachspeise vielleicht sogar ein leckeres Gelato.

Der Mittwoch startete etwas ruhiger mit einer Führung im Casa di Goethe, einem Haus, in dem Johann Wolfgang von Goethe für geraume Zeit gewohnt hat, während er seine berühmte Italienreise gemacht hat. Dort durften wir die Geschichte des Autors anhören und sie anhand von Gemälden, Schriften und der Einrichtung im damaligen Stil besser nachvollziehen und entdecken. Wir haben auch hier wieder Parallelen zum Deutschunterricht aus dem letzten Jahr be-merkt, und in einem Haus gewesen zu sein, in dem Goethe gewohnt, gelebt und seine Werke erschaffen hat, hat natürlich seinen Reiz.

Am Nachmittag haben den ersten von zwei Stadtspaziergängen unternommen, zuerst zu der Piazza del Popolo vorbeigekommen, nahe der Casa di Goethe und der Santa Maria del Popolo. Nächster Halt war die Spanische Treppe. Lustig war: Genau diese Treppe ist vor ein paar Jahren jemand mit seinem Auto hinuntergefahren, weil ihn scheinbar sein Navigationssystem falsch gelenkt hat… Danach sind wir zum Trevi Brunnen gelaufen, um ihn uns anzuschauen. Dort angekommen haben wir erstmal unsere Handys in die Rucksäcke oder Taschen gesteckt, damit sie uns in dieser unfassbaren Menschenmenge bzw. diesem Gedrängel nicht gestohlen werden. Trotzdem war der Brunnen ein wunderschöner Anblick, der es wert war, fotografiert zu werden. Wer wollte, konnte am Nachmittag Frau Schönwetter noch einmal in das idyllische Stadtviertel Trastevere folgen.

Der Donnerstag war erneut ein Highlight, weil wir uns auf dem Weg zum Petersdom und zur Peterskirche gemacht haben. Dort angekommen, haben wir fast schon ein Wunder erlebt: Die Warteschlange, um überhaupt in die Basilika zu kommen, war so kurz wie laut den Lehrkräften noch nie. In 5 Minuten waren wir an der Sicherheitskontrolle durch und konnten schon ein paar Minuten später eine Menschenschlange betrachten, die über den halben Platz ging. Nach einer Führung via Audioguide konnten wir natürlich auch auf die Kuppel hoch – und tatsächlich sind wir alle(!) gemeinsam die 551 hinaufgestiegen. Je weiter es nach oben geht, desto enger werden die Stufen und der Raum, aber es hat sich allemal gelohnt: Die Aussicht über Rom ist unbeschreiblich!

Der Abstieg war dann relativ entspannt und unten hatten wir uns unsere Mittagspause redlich verdient. Nach Referaten zu Engelsburg und -brücke haben wir uns – zurück im Hotel – etwas entspannt, um danach gestärkt zu sein für unser gemeinsames Abendpicknick. Davor hieß es jedoch, in einer Kleingruppe Essen und Getränke kaufen. Eingepackt mit unserem Abendessen haben wir die anderen auf dem Pincio getroffen und das Picknick gestartet. Wir haben gegessen, Frau Schönwetter und Herr Schumann haben Geschichten erzählt – und nebenbei auf dem Handy lief das Fußballspiel Deutschland gegen die Niederlande. Also war es ein gelungener und schöner letzter gemeinsamer Abend für unsere Studienfahrt – mit Blick auf das nächtliche Rom.

Der Freitag lief entspannt ab und begann mit einem Workshop im Goethe-Haus. Wir sollten in Sechsergruppen zu verschiedenen Themen, die mit Goethe zu tun hatten (Rom, Natur, Frauen, etc.), einen Kurzfilm drehen. Nachdem wir zwei Stunden unserer Kreativität freien Lauf gelassen hatten, haben wir uns gemeinsam unsere kleinen Werke angeschaut, bevor es wieder etwas Freizeit gab. Am Nachmittag folgte dann der zweite Stadtspaziergang, der uns dieses Mal zur Piazza Navona und zum Pantheon führte. Referate bildeten vor Ort das Ende des offiziellen Fahrtenprogramms und es gab für jeden noch etwas Zeit, Souvenirs zu kaufen oder sich mit Essen für die Rückfahrt einzudecken.

Zum Schluss kann man sagen, (und ich habe von keinem was anderes gehört), dass die Studienfahrt nach Rom auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Es hat super viel Spaß gemacht: Wir durften mehr über die Geschichte Roms erfahren und eine klasse Gemeinschaft haben. Vielen Dank vor allem an Frau Schönwetter und Herrn Schuhmann, mit denen es wirklich viel Spaß gemacht hat, nach Rom zu fahren und dort eine ganze Woche lang zu verbringen!

Diese Abschlussfahrt wird uns auf jeden Fall in Erinnerung bleiben, da bin ich sicher! 

 

Noah Slischewski, Q12

Simone Schönwetter

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