Die Musik auf großer Fahrt - Ungarnkonzertreise 2026

“Und wie war es in Ungarn?” - “Jó, jó, jó!” Was jetzt nach schlechter Jugendsprache klingt, ist Ungarisch und bedeutet “Gut, gut, gut!”, wobei das vermutlich eine maßlose Untertreibung ist. Denn die Ungarnreise nach Dunaújváros war auch in diesem Jahr neben dem Reuchlin-Schulkonzert der Höhepunkt für die Musikabteilung der Reuchlins. Nachdem im März 2025 die ungarischen Gastschüler in Ingolstadt mit uns das 25-jährige Jubiläum der Freundschaft feierten, wurden am 10.6.2026 nun wieder das Orchester und die BigBand des Reuchlins herzlich von den Schülerinnen und Schülern unserer Partnerschule, der Móricz Zsigmond Általános Iskola, begrüßt. Zuvor gab es bereits im Bus einen kurzen Ungarischkurs. Denn die Sprache des Gastlandes zumindest ein kleines bisschen zu beherrschen, kann immer hilfreich sein, da alle Schülerinnen und Schüler alleine, zu zweit, zu dritt oder gar zu viert bei ungarischen Gastfamilien untergebracht waren. Aufgeregt waren vor allem diejenigen, die zum ersten Mal mitfuhren und nicht selten erfolgte die Verständigung auch mit Händen und Füßen. Allerdings waren alle Ungarn überaus gastfreundlich, sodass sich alle schnell wohlfühlten.

Donnerstag, 11.6.: Nur Musik in allen Ohren

Während die einen am Vorabend früh ins Bett gegangen sind, steckte den anderen die Müdigkeit infolge der ungewohnten Umgebung noch in den Knochen. Trotzdem hab es kein Drücken vor den umfassenden Proben am Vormittag. Zusätzlich zu den eigentlichen Gesamtproben gab es teilweise noch Stimmproben, um unter anderem die Intonation zu verbessern. Anschließend gab es Mittagessen in einer Mensa bei der Herberge, in der die mitfahrenden Lehrkräfte Frau Atzerodt, Herr Aichner, Frau Kügel und Andrea Vajer untergebracht waren. Nach dem Nachmittag in den Gastfamilien begann um 17 Uhr das erste von drei Schulkonzerten im Theater von Dunaújvarós. Die Ränge waren an allen drei Tagen gut gefüllt. Kein Wunder, denn neben unseren Ensembles traten verschiedene Schulklassen und Chöre auf, sowie die Volkstanzgruppen der Schule und die 8.-Klässler mit ihrem traditionellen Musical - in diesem Jahr zum Thema “Beauty and the beast”. Denn anders als in Deutschland geht in Ungarn die Grundschule von der 1. bis zur 8. Klasse, weshalb die 8.-Klässler nun die Schule verlassen müssen.

Freitag, 12.6.: Musik trifft auf Reitertradition

Für viele Tierbegeisterte ein besonderer Höhepunkt unserer Reise war am Freitagvormittag der Ausflug in die Bakodpuszta, einer weitläufigen Graslandschaft in Ungarn. Faszinierend war die Show zu Beginn, bei der die Csikós (ungarische Pferdehirten), mit traditioneller Kleidung und lauten Peitschen ausgestattet, auf ihren Pferden über den Platz galoppierten. Sie präsentierten die früher für das Überleben in der kargen Landschaft wichtigen Tricks, wie das Hinlegen auf Kommando und die außergewöhnliche Gelassenheit der Tiere. Für besondere Lacher sorgte der mitwirkende Esel und sein Reiter.

Ein weiteres Highlight war neben dem später vorgeführten Vierspänner das Gespann aus 10 Schimmeln, bei dem der Csikó auf dem Rücken der beiden hintersten Pferde stand. Auch die kurze Kutschfahrt, die Ställe mit Pferden, Eseln, Schweinen und Graurindern waren sehenswert, ebenso wie die Versuche einiger Schüler, eine Peitsche zum Knallen zu bringen. Angestoßen wurde spontanerweise von den 7 Abiturienten, die wenig später ihre Abiturnoten erfahren durften. Unter weitgehender Zufriedenheit startete am Abend das zweite Konzert, das wie das vorherige ein voller Erfolg wurde.

Samstag, 13.6.: Wir wachsen zusammen

Die größte Angst neben dem 1. Treffen hatten einige wohl beim anstehenden Tag in den Gastfamilien. Ein beliebtes Ziel war z.B. der große Balaton-See etwa eine Autostunde von Dunaújváros entfernt. Durch die gemeinsame Zeit verbesserte sich bei den meisten aber die Kommunikation mit den Gastfamilien.

Nach verschiedenen gelungenen Aktivitäten stand das letzte Konzert statt. Die schon routinierten Musikerinnen und Musiker gaben wieder Alles und obwohl für die meisten Abiturienten das letzte Schulkonzert in Ingolstadt weitaus emotionaler gewesen ist, war es für sie nun endgültig das letzte Konzert in Orchester bzw. Band. Das stimmte den ein oder die andere doch traurig und machte noch einmal deutlich, was für eine tolle musikalische Gemeinschaft über die Jahre entstanden ist und nun von den Jüngeren weitergeführt wird.

Sonntag, 14.6.: Letzte gemeinsame Erlebnisse

Um kulturell nicht zu kurz zu kommen, stand zum Abschluss natürlich noch ein Besuch der ungarischen Hauptstadt Budapest an. Dort besuchte die Gruppe das “Haus der Musik”, welches sich architektonisch zum Ziel gesetzt hatte, möglichst eins mit der Natur zu werden. Und auch innen war es äußerst interessant gestaltet. So bekam jeder Kopfhörer aufgesetzt, der über Sensoren registrieren konnte, wo sich der Besucher gerade befand. An geeigneter Stelle wurden entweder Informationen oder in den meisten Fällen passende Musik zu den Infotafeln und Ausstellungsstücken abgespielt. Es gab ausgehend von den Anfängen der Musik mit Trommeln, über Kirchenmusik, ursprünglicher ungarischer Musik und traditionellem Tanz bis hin zu berühmten Komponisten der Neuzeit und moderner Rock- und Popmusik so einiges zu entdecken und zu erleben.

Mit diesen Eindrücken ging es direkt zurück zur Móricz Zsigmond Grundschule, wo im Gang und in der Turnhalle das beliebte Schulfest stattfand. Die Ungarn brachten allerlei Leckereien und die Jazz-Abteilung gab unter Anweisung einiger 12.-Klässler noch einmal ihr Programm zum Besten.

Am Abend bestand die Möglichkeit, in lockerer Gesellschaft das Fußballspiel zwischen Deutschland und dem karibischen Inselstaat Curaçao anzuschauen. Bei der Gelegenheit wurden die erfolgreichen Abiturienten von Herr Aichner wahlweise auf ein Bier oder Wasser eingeladen.

Mit dem frühen Aufbruch am Montagmorgen endete dann die Zeit in den Gastfamilien, die die meisten inzwischen wirklich liebgewonnen haben. Es sind einige neue Freundschaften entstanden und viele gerade von jüngeren Schülerinnen und Schülern freuen sich schon auf ein Wiedersehen.

Text: Yvonne Jahoda

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