Lesung von Kaleb Erdmann

„Das Trauma zieht sich wie eine schwarze Schlange durch (Erfurt)“, erzählt Kaleb Erdmann in seinem Metaroman „Die Ausweichschule“, in dem er von Erlebnissen vor und nach dem Amoklauf 2002 in Erfurt schreibt. Am 16.12.2025 besuchte Kaleb Erdmann das Reuchlin-Gymnasium, um im Rahmen einer Lesung seinen Roman der 12. Jahrgangsstufe vorzustellen. Zunächst schilderte er den Schülerinnen und Schülern den groben Verlauf des Anschlags, den er im Alter von nur elf Jahren miterleben musste. Um das belastende Thema aufzulockern, las er anschließend drei ausgewählte Kapitelabschnitte aus seinem Buch vor. Zwischendurch berichtete Erdmann von seinem komplizierten Schaffungsprozess. Dabei stellte er sich immer wieder die Frage, wie er über Gewalt schreiben könne, ohne dass sein Roman lediglich der Unterhaltung diene. Zudem thematisierte er die Unterschiede zwischen seiner eigenen Person und dem Protagonisten des Buches, wodurch deutlich wurde, dass es sich nicht um eine reine Autobiografie handelt. Gebannt hörten die Zwölftklässlerinnen und Zwölftklässler zu, bevor sie selbst Fragen stellen durften: Besonders interessierte sie, ob das Schreiben des Buches ihm bei der Bewältigung seines Traumas geholfen habe. Erdmann betonte jedoch klar, dass der Roman für ihn keine Form der Selbsttherapie gewesen sei. Vielmehr habe ihn die Frage beschäftigt, wie Gewalt in der Literatur angemessen und verantwortungsvoll dargestellt werden könne. Abschließend wurde nach einer möglichen Verfilmung von „Die Ausweichschule“ gefragt, die laut Erdmann voraussichtlich nicht stattfinden wird. Umso mehr freue er sich jedoch auf die geplante Veröffentlichung einer Theaterfassung seines Werkes in Weimar.

Fiona Hüttinger und (Q12)

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