Unsere Erinnerung an Hugo Höllenreiner – Ein Abend gegen das Vergessen

Hugo Höllenreiner wurde von den Nazis verfolgt und in Konzentrationslagern gequält, weil er ein Angehöriger der Sinti und Roma war. Lange konnte er nicht darüber sprechen, doch als er nach 50 Jahren begann, berichtete er bis zum Ende seines Lebens darüber.
Am 17. Juni 2026 fand am Reuchlin-Gymnasium die Gedenkveranstaltung „Unsere Erinnerung an Hugo Höllenreiner“ statt. Anlass war der 11. Todestag des Ingolstädter Holocaust-Überlebenden.
Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Bärbel Kößler-Finkenzeller stellten Marie Höfner und Ioannis Ioannidis aus dem Wahlkurs Erinnerungskultur das Leben Hugo Höllenreiners anhand historischer Fotografien vor. Dabei wurde deutlich, welches Leid er als Kind während der Zeit des Nationalsozialismus erfahren musste und welchen Mut es erforderte, später als Zeitzeuge darüber zu erzählen.
Im Anschluss schilderte Peter Poth, Mitherausgeber des Buches „Das Zeugnis eines überlebenden Sinto und seine Perspektiven für eine bildungssensible Erinnerungskultur“ anhand von Zitaten die Bedeutung von Zeitzeugenberichten für die heutige Erinnerungsarbeit und berichtete von seinen persönlichen Begegnungen mit Hugo Höllenreiner.
Ein Höhepunkt des Abends war das Gespräch zwischen Laura Höllenreiner, einer Enkelin von Hugo Höllenreiner, und Agnes Krumwiede, die als freie Mitarbeiterin beim Projekt „Opfer des Nationalsozialismus in Ingolstadt“ tätig ist. Laura Höllenreiner gab sehr persönliche Einblicke in das Leben ihres Großvaters. Sie erzählte von gemeinsamen Erlebnissen, von seinem Humor und seinem Engagement für seine Familie und für die Community der Sinti und Roma. Außerdem machte sie deutlich, welche Folgen die nationalsozialistische Verfolgung für viele Familien bis heute im alltäglichen Leben haben. Sie sprach auch über Diskriminierung und Antiziganismus, die es leider immer noch gibt und sogar zunehmen.
Für die musikalische Umrahmung sorgte die Jazz-GmbH unter der Leitung von Robert Aichner. Eine besonders bewegende Atmosphäre schuf das im letzten Herbst von Adrian Gaspar mit der Jazz GmbH eingeübte Stück „Gelem, gelem“. Es handelt sich um die Hymne der Sinti und Roma, die von Annalena Palmer (11b) in der Originalsprache Romanes gesungen wurde.
Für das kommende Jahr plant das Stadttheater eine Gedenkveranstaltung im Kleinen Haus in der Nähe der Hugo-Höllenreiner-Straße, denn Hugo Höllenreiner sollte nie in Vergessenheit geraten.
Text und Fotos von Katharina Gröger, 11b
© Reuchlin-Gymnasium Ingolstadt
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